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Tausendundeine Nacht – die arabischen Stadtmusikanten

Donnerstag, 26. Oktober 2017
Kasse 19:00, Beginn 20:00 Uhr

Das glückliche Ende von Tausenduneine Nacht
enthält auch sozusagen einen Urahn des Märchens von den Bremen Stadtmusikanten
Lassen Sie sich überraschen.

Claudia Ott hat in der kleinen Raşit-Efendi-Bibliothek in Kayseri ein unbekanntes, uraltes Manuskript von Tausendundeine Nacht nicht nur entdeckt sondern auch brilliant ins Deutsche übersetzt.

In der kleinen Bibliothek in Zentralanatolien, die vor 250 Jahren ein Sammler alter Handschriften erbaute, liegt – versteckt in einem falsch beschrifteten Schuber – ein uraltes Manuskript des Endes von „Tausendundeine Nacht“.
Diese sensationelle Entdeckung macht Claudia Ott mit ihrer Übersetzung erstmals der Öffentlichkeit zugänglich. Über das Ende der Rahmenerzählung von der klugen Schahrasad, die durch ihre Geschichten König Schahriyar davon abhält, sie zu töten, war bisher so gut wie nichts bekannt. Die vollständigen arabischen Manuskripte, die erst im 19. Jahrhundert unter europäischem Einfluss entstanden sind, blenden die Rahmenerzählung fast völlig aus. Erstmals werden nun die letzten 125 Nächte des Zyklus sowie der ausführliche Schluss in einer arabischen Fassung zugänglich, die viele Jahrhunderte älter ist. Claudia Ott versteht es meisterhaft, die Unmittelbarkeit und Frische des arabischen Originals zu vermitteln. Frei von allen europäischen Übermalungen und Ausschmückungen entführt sie den Leser und Hörer in eine zauberhafte Welt der Paläste und Basare, der weisen Wesire und verschlagenen Händler, eine Welt voller erotischer Abenteuer und böser Streiche. „Ach, Schwester“, seufzte Dunyasad, „wie köstlich ist deine Geschichte und wie schön und süß und angenehm!“

Claudia Ott, Arabistin, Übersetzerin und Musikerin, gehört international zu den führenden Kennern von Tausendundeine Nacht. Sie hat in Berlin und Erlangen gelehrt und geforscht und unterrichtet jetzt an der Universität Göttingen. Ihre deutsche Erstübersetzung der bisher ältesten Handschrift von Tausendundeine Nacht, die den Anfang und die ersten 282 Nächte enthält, wurde von der Kritik gefeiert und schnell zum Bestseller (Gesamtauflage über 100.000 Exemplare). Für diese Übersetzung erhielt Ott u. a. den Johann-Friedrich-von-Cotta-Preis.
Gemeinsam mit  Hadi Alizadeh (daff und tonbak/persische Perkussion), Yusuf Çolak (bağlama/anatolische Langhalslaute) rezitiert sie in diesem Erzählkonzert aus dem Buch und erläutert auch den Kontext.