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Hakon Kornstad Ensemble

Freitag, 20. Oktober 2017
Kasse 19:00, Beginn 20:00 Uhr

Håkon Kornstad Ensemble
Håkon Kornstad
- Tenorstimme, Tenorsaxophon, Flöte
Sigbjørn Apeland - Harmonium, Piano
Lars Henrik Johansen - Cembalo, piano, Celesta
Per Zanussi - Kontrabass, Singende Säge


Der Saxophonist und Sänger Håkon Kornstad experimentiert weiter mit seiner einzigartigen Kombination von skandinavischem Jazz und klassischem Gesang. 2017 hat er seine Versionen von Liedern und Arien für Symphonisches Orchester bearbeitet und mit dem renommierten Orchester des Norwegischen Rundunks aufgenommen. Die Aufzeichnung des Konzertes läuft am 22. Oktober, also genau einen Tag nach dem Bremer Konzert, im nationalen norwegischen Fernsehen.
Der Jazzsaxophonist Håkon Kornstad debütierte als klassischer Sänger in der Oper von Oslo mit einer kleinen Rolle in Richard Strauss’ Salome. Drei Jahre zuvor hatte er für sich die Oper in der New Yorker Met entdeckt und nahm Unterricht bei einer pensionierten Sopranistin in Manhattan. Parallel zu einer bereits erfolgreichen Karriere als einer der führenden jungen europäischen Jazzmusiker, stieg er als Tenor in das Master-Programm der Norwegischen Opern Akademie in Oslo ein. Gleichzeitig gründete er das Håkon Kornstad Ensemble, um, wie er sagt, „die Musik singen zu können, die mich die Schule nicht singen ließ.“ Seit der Veröffentlichung der ersten Platte Tenor Battle 2015, die von der Kritik mit großer Aufmerksamkeit bedacht wurde, hat er diese Kombination bevorzugt, anstatt „reine“ Jazz- oder Opernmusik zu machen. Und er hat dies einem immer enthusiastischer werdenden Publikum in den USA, Japan, Russland und Europa präsentiert. Das Ensemble kommt zum dritten Mal innerhalb von 2 Jahren in den Sendesaal.

Die spezielle Instrumentierung gibt der Gruppe ihren einzigartigen Klang. Zusätzlich zu Kornstads zwei warmen Tenören (Saxophon und Stimme) bringt der an Holzbläser und Streicher erinnernde Sound von Sigbjørn Apelands Harmonium etwas vom Klang der Schellack-Ära zurück. Ursprünglich als klassischer Organist ausgebildet, gehört er heute zu den aufregendsten Improvisatoren Norwegens im Bereich zwischen Folk und Jazz. Die fließenden Klänge des Harmoniums ergänzen sich perfekt mit dem inbrünstigen Cembalo-Spiel von Lars Henrik Johansen, der ein gefragter Musiker in der norwegischen Szene für Alte Musik ist, und außerdem ein hervorragender Jazzimprovisator. Bassist Per Zanussi hat  ursprünglich eine reine Jazz-Vergangenheit. Er studierte - wie Kornstad auch - am renommierten Konservatorium in Trondheim und gründete 1998 die Elektro-Jazz-Band Wibutee. Seit 2004 hat er seine Zanussi Five international erfolgreich betrieben und ist ein sehr interessanter Komponist und Arrangeur.


Einige Gedanken zum neuen Programm:
Kornstads Drang, Deutsche Lieder zu singen, entstand, nachdem er die Aufnahmen des legendären schwedischen Ternor Jussi Björling  von 1955 aus der Carnegie Hall gehört hatte, eines der ersten klassischen Alben, die er überhaupt kaufte. Kornstad sagt: „Ich fühle in den Aufnahmen einen sehr speziellen Sonnenschein, eine gewisse Volksmusiknähe und eine tiefe Melancholie in dem deutschen Repertoire, in das ich mit meinem Ensemble eintauchen will. Wenn ich das Wort Liederabend höre, kriege ich normalerweise das Laufen, denn ich verbinde damit das Bild eine verängstigten klassischen Sänger, der steif auf der Bühne rumsteht und einen strengen Begleiter am Klavier. Aber wenn ich die Aufnahmen von Björling höre, oder die Aufnahmen der goldenen Zeit von Fritz Wunderlich oder Fischer-Dieskau, dann ist da eine Wärme in dem Repertoire, die mich reizt zu ergründen. Und wenn wir uns in neues Repertoire begeben mit diesem Ensemble, seien es auch die alten Schlachtrösser Strauss, Wagner oder Beethoven, dann suchen wir darin nach etwas, das uns wirklich berührt und Relevanz für uns hat, und dann versuchen wir es auszuweiten. In gewisser Weise geht es bei Jazzimprovisation ja genau um die Ausweitung der schönsten Momente. Und genau das versuchen wir mit dem wunderbaren deutschen Repertoire auch zu machen."

Verbunden mit diesem Produktionskonzert macht das Ensemble 2 Aufnahmetage im Sendesaal.

Hakon Kornstad Ensemble